Am 15. Februar 2025 fand bei der BASF in Lampertheim der Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ für den Bezirk Bergstraße statt. Das MINT-Zentrum Seeheim ging mit zwei Projekten in der Junior-Sparte und vier Projekten bei den „Großen“ an den Start.

„Mentos Cola Reloaded – Was steckt dahinter?“ fragten sich Jimena Luzon Castano und Deshnaa Satish, betreut von Laín Mencía Martínez und Angela Haag-Kerwer. Ein sprudelnder Erfolg: Die beiden Nachwuchswissenschaftlerinnen haben sich mit ihrem Chemie-Projekt bei „Jugend forscht junior“ den ersten Platz gesichert! Ihr Forschungsobjekt? Ein Klassiker: Mentos und Cola. Doch anstatt nur für eine riesige Fontäne zu sorgen, gingen die beiden richtig wissenschaftlich an die Sache heran.
Mit akribischer Genauigkeit führten sie unzählige Experimente durch, testeten verschiedene Colasorten und entwickelten sogar eigene Mentos-Varianten aus dem 3D-Drucker sowie handgefertigte Holz-Mentos. Doch damit nicht genug – sie analysierten auch, welche Inhaltsstoffe in Cola und Mentos für die spektakuläre Fontäne verantwortlich sind. Ihr Ziel: Die perfekte Formel für den größten Cola-Geysir!
Die Jury war beeindruckt von ihrer systematischen Arbeitsweise und den detaillierten Analysen – und belohnte das Power-Duo mit dem ersten Platz in der Kategorie Chemie. Ein spritziger Erfolg für die Wissenschaft und ein starkes Zeichen dafür, dass Mädchen in der Forschung ganz vorne mitmischen!

Mit Süßigkeiten beschäftigten sich auch David Glänzel, Annika Reinhardt und Ben Schnorrenberger mit ihrem „BAMBI – RFID-basiertes Anmeldesystem mit Belohnungsinterface“. An ihrem System können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des MINT-Zentrums mittels einer RFID-Karte anmelden. Ihre Anwesenheit wird erfasst und in eine Webseite eingepflegt, von der die Betreuerinnen und Betreuer die Daten abrufen können. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gibt es für eine bestimmte Stundenzahl Süßigkeiten als Belohnung. Für den Bau der Anmeldestation und den zugehörigen Süßigkeitenautomaten erledigten die Drei alles selbst, nichts wurde fertig gekauft: Es wurde gelötet, Microcontroller programmiert, Webinterfaces erstellt, Platinen designed, 3D-gedruckt, gemalt, gesägt, geschraubt und vieles mehr. Ob das Projekt trotz der hohen Komplexität, des immensen Arbeitsaufwands und des medizinisch kritischen Nervenabriebs bei der Betreuerin Sabine Reinhardt auch nur Chancen auf einen Trostpreis haben würde, war im Vorfeld unklar: Das Projekt war durchaus frech, in manchen Aspekten eine Parodie auf eine typische Jugend-forscht-Arbeit. Die Jury war aber glücklicherweise nicht humorresistent: 1. Preis in der Sparte Arbeitswelt.

Nachdem das Projekt „Die unendliche Tonleiter – Eine Optimierung der Shepard-Töne“ von Isabel Friedrich von der Wettbewerbsleitung aus Physik in den Bereich Mathematik/Informatik verschoben wurde, entstand dort eine hausinterne Konkurrenz zum ebenfalls von Christof Jost betreuten Projekt „Wie fair ist das Schweizer System im Schach?“ von Konstantin Meister. Konstantin untersuchte in Computersimulationen das Turnierpaarungssystem, das bei großen Turnieren, bei denen nicht alle gegen alle antreten können, verwendet wird und gerechter sein soll als Turniere mit K.O.-Runden. Ergebnis: Das Schweizer System funktioniert tatsächlich überraschend gut auch bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und relativ wenigen Runden. Die Arbeit wurde mit dem 1. Platz in der Kategorie Mathematik/Informatik belohnt.

Isabel untersuchte eine akustische Täuschung, die seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannten Shepard-Töne. Dort erklingen Töne, die scheinbar rasch immer höher werden, aber dennoch nie den Hörbereich verlassen. Die Töne sind in Wirklichkeit Tongemische und durch „Ausschleichen“ hoher und „Einschleichen“ tiefer Töne läuft der Ton in Wirklichkeit im Kreis, anstatt immer höher zu werden. In Shepards Original erkennt der Hörende aber nach einiger Zeit das Konstruktionsprinzip und durchschaut den „Betrug“. Isabel benutzte engere Tongemische und erreichte damit viel überzeugendere „Shepard-Akkorde“. Das Projekt, dessen Durchführung, Kenntnisse in Physik, Mathematik und vor allem auch Musiktheorie und Programmierung erforderte, brachte Isabel den Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit ein. Damit tritt sie am 26. und 27. März zusammen mit Konstantin, David, Annika und Ben beim Landeswettbewerb Hessen von „Jugend forscht“ an.

Ruben Düllmann errang mit seinem Projekt „Luftreinigung mit einem Kelvingenerator“ in der Sparte Technik den 2. Platz. Sein Kelvingenerator erzeugt durch herabfallende Wassertropfen Hochspannung bis 15000V, wobei auch geladene Wassertröpfchen entstehen. Da Feinstaubpartikel oftmals ebenfalls geladen sind, verfolgte Ruben die Idee, Feinstaub mit den geladenen Tröpfchen aus der Luft zu holen. Der Teufel steckt aber hier sehr im Detail, z.B. wenn es darum geht, den Generator über lange Zeit am Laufen zu halten. Der Durchbruch bei der Feinstaubreduktion gelang Ruben erst zwei Wochen vor dem Wettbewerb. Vermutlich geht das Projekt im nächsten Jahr nochmal an den Start, damit das zweifellos große Potential der Idee genutzt und auch für die Jury in guter Klarheit dargestellt werden kann.

Die Betreuer dieses Projekts, Matthias Haxel und Christof Jost, betreuten auch Anirdeshya Nath mit seinem „Hydrosaver“, der ältere Menschen ans lebensnotwendige Trinken erinnert. Seine Arbeit war der Jury in der Junior-Sparte Technik einen 2. Preis wert. Auch bei ihm gibt es Optimierungsmöglichkeiten, die ein nochmaliges Antreten mit einer verbesserten Version interessant erscheinen lassen.
Neben diversen Sonderpreisen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es für das MINT-Zentrum Seeheim im Ganzen noch den Schulpreis des hessischen Sponsorpools.
Mehr Impressionen können dem TiP Südhessen-Beitrag (https://tip-suedhessen.de/beeindruckt-von-kreativen-ideen-und-spannenden-projekten) entnommen werden.